Der Jahreswechsel liegt nun schon einige Zeit hinter uns, doch manche Reisen sind so markant, dass ich dir unbedingt darüber berichten muss. Wir haben uns dazu entschieden 2025 in Italien ausklingen zu lassen und dort auch ins neue 2026 zu starten.
Bewusst.
Unser Ausgangspunkt ist Rimini. Von hier aus wollen wir die Region erkunden. Venedig. Ravenna. San Marino.
VENEDIG ist kein Neuland für uns. Im August 2019 waren wir das letzte Mal hier, bei der VENICE ART BIENNALE, wo ich meine Kunstwerke ausgestellt hatte. Warmes Licht, spätsommerliche Leichtigkeit, doch volle Gassen. Ganz anders als jetzt im Winter.
Hier geht´s zum Artikel "VENEDIG ANDERS BETRACHTET".
Jetzt ist es Zeit für ein Wiedersehen. Ein etwas anderes.
Ich bin nur einen Tag hier. Und doch passiert mehr, als viele Reisen in einer Woche zulassen.
HALLO, VENEDIG
ICH GRÜSSE DICH!
Venedig im Winter empfängt uns mit Sonne, klarer Sicht und einer stillen Selbstverständlichkeit. Die Stadt wirkt gesammelt, nicht müde. Präsenz statt Pose. Ein Tag, der so viel Gewicht in sich trägt.
Vielleicht, weil er zwischen zwei Jahren liegt oder Venedig genau dann am stärksten ist, wenn es leiser wird.
Ich stehe hier, am Übergang von 2025 zu 2026, und weiß: Diese Stadt ist kein Programmpunkt. Sie ist ein Gefühl, das bleibt.
ANKOMMEN ÜBER DAS WASSER
DIE STADT ÖFFNET SICH, LANGSAM
Wer Venedig über das Wasser betritt, versteht sofort, warum diese Stadt so besonders ist. Die Bootsfahrt von der Peripherie in die Stadt verändert meine Perspektive, äußerlich und innerlich.
Ich steige nicht einfach irgendwo ein und aus. Ich werde hineingezogen.
Das Vaporetto gleitet ruhig durch das Wasser, Häuser wachsen aus der Ferne, Fassaden spiegeln sich in der Lagune. Diese Art anzukommen ist für mich neu und sie trifft mich unerwartet stark.
Venedig empfängt nicht, es öffnet sich und lässt sich entdecken.
Vom Wasser aus wirkt alles entschleunigt. Monumental, aber nicht laut. Elegant, ohne sich aufzudrängen. Trotz Touristen ist die Stimmung ruhig, fast respektvoll. Der Winter nimmt der Stadt nichts, er gibt ihr Würde.
Ich sitze da, gehe, schaue, genieße. Und ich weiß: Genau so beginnt eine echte Reise.
"MANCHE ORTE ZEIGEN IHRE WAHRE SEELE ERST, WENN DER TRUBEL VERSTUMMT."
EIN SPAZIERGANG DURCH VENEDIG
VERLIEREN, UM ZU FINDEN
Losgehen, ohne Ziel und ankommen, wo wir sein sollen.
Abseits der Hauptwege wird es ganz still. Kleine Brücken, schmale Gassen, geschlossene Fensterläden, Wäscheleinen zwischen alten Mauern. Die Sonne wärmt mein Gesicht, die Luft ist klar. Jeder Schritt fühlt sich beruhigend schön an.
Hier zeigt sich Venedig ohne Inszenierung. Keine Eile, kein Lärm. Nur das leise Echo von Schritten auf Stein. Stehen bleiben. Auf den Kanal schauen, das Licht tanzen sehen. Genau für diese Momente reise ich.
Venedig im Winter bedeutet Nähe. Zu sich selbst. Zur Stadt. Zum Augenblick.
SEHENSWÜRDIGKEITEN NEU GESPÜRT
ARSENAL VON VENEDIG
WO MACHT, MENSCH & MEER GESCHICHTE SCHRIEB
Wir verlassen die bekannten Wege und genießen die magische Ruhe. Plötzlich stehen wir vor Mauern, die nicht gefallen wollen. Schönheit entsteht nicht nur aus Anmut, sondern aus Stärke. Das zeigen die massiven Mauern aus rohem Backstein und stiller Autorität. Das Arsenal war einst das Machtzentrum der Republik Venedig, eine frühe Industrieanlage, lange bevor die Welt dafür Worte hatte. Hier wurde gebaut, geplant, beherrscht.
Die steinernen Löwen am Tor wachen noch immer. Nicht dekorativ, sondern bestimmt. Das Winterlicht legt sich weich auf das Gelände, ohne seine Strenge zu brechen. Keine Romantik, keine Inszenierung. Nur Raum, Geschichte und eine spürbare Konsequenz.
DIE RIALTOBRÜCKE
EIN ÜBERGANG & AUSBLICKSPUNKT
Und immer wieder ein Magnet. Ich betrete die Rialtobrücke und unter mir fließt der Canal Grande ruhig, fast gelassen. Gondeln treiben nicht zur Schau, sie warten. Schritte, Bewegung, alles ist da, aber nichts drängt. Der Winter ordnet auch hier. Diese Brücke ist alt, bekannt, unzählige Male gesehen. Und doch fühlt sie sich heute anders an. Vielleicht, weil das Licht weich ist. Vielleicht, weil Venedig im Winter anders wirkt. Die Rialtobrücke ist kein Ort zum Verweilen. Sie ist ein Moment des Übergangs. Zwischen Vierteln. Zwischen Eindrücken. Zwischen dem, was war, und dem, was noch kommt. Genau diese Gedanken nehme ich mit.
DER MARKUSPLATZ MIT DOGENPALAST
GRÖSSE, DIE FASZINIERT & MACHT IN BALANCE
Der Platz liegt vor mir wie ein Atemzug. Weit, klar, lichtdurchflutet und so offen, wie noch nie. Keine Enge, kein Drängen. Das Winterlicht zieht Linien über den Stein, die Architektur wirkt gesammelt, fast gelassen. Venedig im Winter braucht hier keine Inszenierung und nimmt jedem Bauwerk seine Schwere, ohne ihm Bedeutung zu nehmen. Ich bleibe stehen, lasse den Blick wandern. Keine Bühne, sondern als Raum. Der Markusplatz trägt Geschichte, Macht und Schönheit und wirkt dabei erstaunlich ruhig.
MASKEN & KARNEVAL
VERBORGENE GESICHTER, LEBENDIGE GESCHICHTEN
Ich spüre bereits die Magie des venezianischen Karnevals, lange bevor die Straßen sich füllen. Die Gassen flüstern von Festen vergangener Zeiten. Masken liegen in Schaufenstern, auf Tischen von kleinen Läden, still und doch voller Versprechen. Ihre filigranen Details, das Spiel aus Licht und Schatten, erinnern daran, dass Venedig immer ein wenig geheimnisvoll bleibt. Ein Gefühl, das sich zwischen alten Mauern, vielen Kanälen, dem Wasser und wechselnden Lichtverhältnissen einschleicht.
Ich stelle mir vor, wie die Stadt im Karneval pulsiert, Menschen in prächtigen Kostümen durch die Gassen gleiten, Lachen und Musik die Kanäle füllen. Masken seh ich jetzt neu. Nicht als Kostüm, sondern als Symbol für Geheimnisse, Geschichten und die tiefe Schönheit einer Stadt, die mehr verbirgt, als sie zeigt.
ICH VERLASSE VENEDIG NICHT, ICH NEHME ES MIT
Sich in Gassen verlieren und die Zeit vergessen, das kann ich. Ich wandle förmlich zwischen Wasserkanälen, Brücken, Plätzen und Gassen und staune über die Schönheit und Kraft gleichermaßen. Es sind genau diese kleinen Momente - eine Gondel, die sanft schaukelt, Mosaike, die im Sonnenlicht funkeln, das Geräusch von Schritten auf Stein, die sich tief einprägen. Und am Ende bleiben nicht nur die Erinnerungen, sondern Gefühle. Die Ruhe, die Weite, die Ehrlichkeit dieser Stadt. Venedig im Winter fordert keine Aufmerksamkeit. Wer einmal so geht, sieht, spürt und hört, der trägt die Stadt weiter, lange nachdem die eigenen Schritte sie verlassen haben.
WARUM VENEDIG IM WINTER BESONDERS BERÜHRT?
FAZIT
Weniger Trubel, mehr Gefühl. So zeigt Venedig sein wahres Gesicht. Für mich ist klar: Venedig im Winter ist kein Kompromiss, sondern ein Privileg.
Dieses kurze Wiedersehen nach sechs Jahren hat mir gezeigt, dass die Stadt nicht auf Sommerglanz angewiesen ist.
Der Winter nimmt Venedig nicht die Schönheit, er nimmt ihr die Masken. Die Lagunenstadt wirkt klarer, ruhiger, intensiver.
Wer Venedig nur im Sommer kennt, verpasst etwas Wesentliches. Die Magie des Winters, die Klarheit des Lichts, die Ruhe zwischen den Mauern. All das macht die Lagunenstadt zu einem Ort, der nicht nur gesehen, sondern gefühlt werden will.
Für Sinnsucher, Tiefreisende und Individualisten ist das hier kein Städtetrip. Es ist eine Begegnung.
Wir gehen zurück zum Boot. Die Stadt bleibt hinter mir. Sie arbeitet nach. Still. Nachhaltig. Genau so, wie Reisen sein sollte.
Ich verlasse Venedig mit dem Gefühl, ihre Echtheit erlebt zu haben.






















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Petra P. (Montag, 26 Januar 2026 13:22)
Danke fürs Mitnehmen liebe Roswitha! Ich hätte nicht gedacht, dass mich Venedig so fasziniert. Einfach wunderschön!
Inge M. (Montag, 26 Januar 2026 14:59)
Klasse! Hätte mir nicht vorstellen können, dass Venedig zur kalten Jahreszeit so reizvoll sein kann. Danke für deinen Tipp.
Liebe Grüße
Inge
Tanja Köhler (Montag, 26 Januar 2026 15:52)
Danke für den tollen Bericht und die wunderschönen Bilder. Das sieht einfach traumhaft aus. Venedig im Winter ist auf jeden Fall eine super Idee �
Susanne Hafner (Montag, 26 Januar 2026 16:02)
Wie schön ist Venedig doch im Winter! Ich kann meine Freude kaum in Worte fassen. So still, fast verträumt zeigt sich die Stadt zu dieser Jahreszeit. Keine Touristenmassen, kein Gedränge und Geschupse. Danke für diesen super Tipp.
Liebe Grüße
Susanne
Helene S. (Mittwoch, 04 Februar 2026 19:27)
Ich war schon oft in Venedig, doch noch nie im Winter! Danke für den Tipp!
Schönen Abend!